29.08.2016 bis 13.08.2016: Cómo funciona...?

von Rum, Zigarren und reisen in vergangenen Zeiten

Wie funktioniert Kuba? Wie wird das Reisen ohne Lotti, mit Rucksack funktionieren?

Diese Fragen haben wir uns vor der Anreise nach Kuba einige Male gestellt.

Da die Idee, nach Kuba zu reisen erst unterwegs kam, haben wir natürlich keinen Reiseführer mit.

Glücklicherweise treffen wir in Kolumbien gleich auf 2 Reisepärchen. Claudia und David haben Kuba dieses Jahr besucht. 

Von den beiden erhalten wir viele wertvolle Tipps, wie es mit den beiden Währungen CUP und CUC funktioniert

und welche Orte für einen Besuch lohnenswert sind.

Von Ali und Lulo erhalten wir viele wertvolle Informationen zu Havanna. Die zwei Argentinier haben 2 Jahre dort gelebt.

Zudem erhalten wir Kontakte derer Freunde und können bereits das erste "casa particulares" (private Unterkunft, wie ein B&B) reservieren. So fühlen wir uns für den Start auf Kuba gewappnet.

in Havanna

Pünktlich hebt der Flieger in Cartagena ab und erreicht Panama nach gut 1h Flug. Die Transferzeit in Panama vergeht dann noch schneller. Wir nützen das gute Shoppingangebot gleich richtig aus und verpassen schon fast das Boarding. Von Panama fliegen wir in 2.5h nach Kuba. Bereits die Durchsage des Captains, es wird bei der Gepäckausgabe zu Verzögerung kommen, lässt uns den Ausstieg gemütlich angehen.

 

Tatsächlich warten wir dann geschlagene 2h auf das Gepäck. Während diesen Stunden kommen immer wieder einige Gepäckstücke von unserem Flug, LIMA, CANCUN... dann steht unser Flug nicht mehr am Bildschirm, dann doch wieder...

Schlussendlich sind wir froh, hat es unser Gepäck bis nach Kuba geschafft. Die Zollabfertigung verläuft überraschend schnell. Der Geldautomat am Flughafen will nichts raus rücken, weshalb ist uns bis hierhin noch unklar.

 

Mit einem Taxi lassen wir uns direkt zu unserer Unterkunft am Malecón (Uferpromenade) bringen. Unsere Gastgeberin bereitet uns einen herzlichen Empfang und quartiert uns in einem grosszügigen Zimmer mit Meerblick ein. Auf dem Malecón fahren im Minutentakt wunderschöne amerikanische Oldtimer vorbei. Es ist wie in einer anderen Zeit. Wir lassen die ersten Eindrücke auf uns wirken. Beim Auspacken unseres Rucksacks stellen wir fest, dass beide komplett anders eingeräumt und verschlossen sind. Anscheinend wurden diese am Flughafen gründlich durchsucht. Es fehlt jedoch nichts. Nach einem ersten kubanischen Essen sinken wir müde in unser Bett.

Nach einem reichhaltigen Frühstück geht es los, Richtung alt Havanna. Davor müssen wir aber unbedingt zu Geld kommen.

Mit all unseren Bankkarten machen wir uns auf zum Geldautomaten. Davon gibt es in Havanna etliche. Wir versuchen es mit Postcard, Maestro, Mastercard, Visa etc. Die meisten werden sofort wieder ausgespuckt. Nur die Kreditkarten werden akzeptiert. Glücklicherweise funktioniert die Kreditkarte von der Schweizerbank. 

Schlussendlich kriegen wir unsere ersten CUC (pesos convertible).

 

Normalerweise hätten wir unser Geld nun so rasch als möglich in den Safe gebracht. Hier in Kuba ist das irgendwie anders. Uns hat sogar die ältere Gastgeberin gesagt, dass in Havanna die Strassen zu jeder Tageszeit sicher sind und wir unbedenklich herumlaufen können. Diese Einschätzung bestätigt sich bei uns rasch. 

So nehmen wir den lokalen Bus und fahren direkt ins freilicht Museum, Habana viejo. Verwaiste und schön restaurierte Kolonialbauten prägen das Altstadtbild, dazu kommen die vielen schönen Oldtimer, welche an jeder Strassenecke ihre Taxidienste anbieten. Wir können uns kaum satt sehen und fühlen uns wirklich wie in einem Museum, das hier ausnahmsweise gratis ist.

Einzig die brütende Hitze zwingt uns ab und an zu einer Pause. Dann sehen wir uns die Gebäude halt von innen an :-)

Wir besuchen den Mercado de Artesanal (Handwerkermarkt), erfüllen unseren Wunsch und lassen uns mit einem Oldtimer chauffieren.

Für das Museo de la Revolucion hätten wir Interesse. Am Sonntag stehen wir an der Kasse, bestellen 2 Eintritte mit Führung, da die Informationen zum Ausgestellen eher dürftig sind.

"Heute gibt es keine Führung." Ok, dann eben 2 Eintritte. Kostet 16 CUC. Wir bezahlen mit einem 20er Schein. "No hay cambio!", ist die Antwort der Dame.

Das kann doch jetzt nicht sein... Aber so ist eben Kuba. Wir haben auch kein Wechselgeld und da der Eintritt schon so, teuer ist, haben wir keine Lust die 4 CUC ~ CHF 4.- zu "spenden".

Vielleicht klappt es ja am Ende unserer Kubareise.

In Havanna nutzen wir das vielseitige Angebot an Taxis. Wir haben uns bei unserem Casa informiert und wissen, wieviel die Taxis in etwa kosten dürften.

Mit Taxameter fährt hier keiner. Der Preis wird vorher gehandelt. Dann finden wir doch ein kleines Coco-Taxi, welches mit Taxameter fährt. 

Er kann uns den km-Preis jedoch nicht nennen und so steigen wir trotzdem ein.

Schon während der Fahrt, sehen wir, dass wir es mit einem sehr sprunghaften Taxometer zu tun haben. Am Ziel angekommen, sollen wir 26 CUC ca. das 5 fache, eines normalen Taxis bezahlen.

Lachend, über diesen soooo blödsinnig überteuerten Preis, steigen wir erst einmal aus und beginnen mit dem Taxifahrer zu diskutieren. Er erhält 2 Angebote einen realen Preis oder gar nichts. Schlussendlich bezahlen wir ihm 8 CUC, was immer genug ist.

Nach den ersten zwei Tagen in Havanna machen wir uns daran, die Weiterreise zu organisieren. 

Dies stellt sich als schwieriger heraus, als wir uns das vorgestellt haben. Es gibt gut ausgebaute Strassen und die Möglichkeit mit einem staatlichen Bus zu fahren.

Die Bustickets können aber nur am Busterminal gebucht/gekauft werden. Dieses befindet sich in einem völlig anderen Stadtteil, als wir uns bewegen.

Zudem erfahren wir, dass die Busse nach Viñales für den kommenden Tag sowieso schon ausverkauft sind. Es gibt die Möglichkeit, mit einem Taxi collectivo, zu einem etwas hören Preis zu reisen.

Diese Sammeltaxis nehmen 4-20 Leute mit. Mit ein wenig Glück bekommt man ein klimatisiertes Fahrzeug, oder dann doch lieber einen Oldtimer?

Ernüchtert fahren wir zurück zum Casa und unterhalten uns mit unserer Gastgeberin. Sie will wissen, wann wir wo sein wollen. Geschickt organisiert sie uns die Unterkünfte für die nächsten Tage und empfiehlt uns, ein Taxi collectivo zu nehmen.

Viñales

Tags darauf fahren wir zum Busbahnhof und organisieren uns ein Taxi collectivo. Von diesen gibt es unzählige im Angebot. 

Es ist jedoch wieder leichter geschrieben, als getan. Wir machen den Fehler, dass wir als erstes genau den Falschen fragen. Dieser will uns in einen grossen, Viehtransport- ähnlichen Laster verfrachten, zu einem Preis, der weit über dem des öffentlichen klimatisierten Buses liegt. Wir machen ihm klar, dass wir unter "Taxi collectivo" etwas anderes verstehen. Suchen wir also weiter...

Wir sprechen verschiedene Organisatoren an, jedes Mal wenn wir uns auf den Weg zu einem Taxi machen wollen, 

springt jedoch der erste auf und beginnt mit dem anderen heftig zu diskutieren. Er behauptet, wir hätten mit ihm zu fahren, dann wir ihn bereits gefragt haben. Es ist unglaublich was für einen Druck dieser auf die anderen Fahrer ausübt und es jedes Mal wieder schafft, die anderen davon abzubringen uns zu fahren. Nach 2h an der brütenden Sonne und etlichen Diskussionen ist unsere Geduld definitiv am Ende. Wir finden einen anderen, privaten Taxifahrer, welcher sich weniger schnell von den Drohungen beeindrucken lässt. Jedoch ist es unmöglich, direkt am Busbahnhof in das Taxi zu steigen. Das würde vom anderen verhindert. So machen wir mit dem Taxifahrer einen anderen Einstiegsort aus.

Wir laufen mit unserem Gepäck und zwei anderen Reisenden, mit welchen wir das Taxi/Fahrkosten teilen wollen, zwei Blocks weiter. Tatsächlich fährt nach wenigen Minuten "unser Mann" in einem schönen Oldtimer vor. Wir beginnen das Gepäck zu verstauen, dann kommt doch tatsächlich wieder einer der Männer vom Busterminal angefahren und will wieder unsere Fahrt verhindern.

Schlussendlich werden wir bis zu Autobahn von diesem Auto "verfolgt". Zum Glück ist unser Taxifahrer überhaupt nicht beeindruckt und lässt sich auch auf durch die mehrmaligen Anrufe nicht aus der Ruhe bringen.

Nach weiteren 2h sind wir dann endlich in Viñales. Wir haben viel dazugelernt.

 

In Viñales schwingen wir uns auf 2 Pferde (das erste Mal für uns beide) und reiten durch Kaffee- und Tabakplantagen. 

Unterwegs machen wir Halt, besuchen einen Tabakbauer der auch Zigarren rollt und uns je eine anzündet. Anschliessend geht es in eine Höhle, zu einem Badesee und zu einer kleinen Kaffeeplantage. 

Schlussendlich sind wir froh wieder zurück zu sein und die 2 Gäule abzugeben, mit unserem motorisierten Lotti Vehikel fühlen wir uns sowohl im Gelände wie auch auf der Strasse einfach wohler.

Der Ausflug war aber super schön und interessant.

Maria la gorda

Am nächsten Tag starten wir zum Ort Maria la gorda (Maria die Dicke), einem der schönsten Tauch-/ und Schnorchelgebiete in Kuba. Überall in Kuba wurde uns dringend davon abgeraten dahin zu fahren. 

Sehr schlechte Strasse, üble Strände und auch sonst einfach nicht schön. Die Fahrt auf der gut geteerten Strasse lässt uns schon mal an den Aussagen zweifeln.

Als wir ankommen fühlen wir uns wie im Paradies, türkisblaues Wasser, weisse Palmenstrände und wenig Leute. Schnorcheln kann man direkt vom Strand, am Hausriff und zum Tauchen steht ein Boot bereit, welches dreimal täglich rausfährt. 

Hier lässt es sich gut ein paar Tage aushalten. Einziger Wehrmutstropfen, es gibt keine Casas Particulares und wir müssen uns in einem staatlichen Hotel einquartieren.

Hier ist alles standardisiert, wie in jedem staatlichen Hotel in Kuba. Relativ hoher Preis für wenig Leistung.

Cienfuegos

In Maria la Gorda treffen wir auf Maren und Micha. Da wir alle nach Cienfuegos wollen, beschliessen wir, die gut 530 km Fahrt an einem Tag mit einem Taxi zu unternehmen.

Nach einem Fahrtag erreichen wir Cienfuegos. Wir sind wieder in einem Casa Particulares einquartiert.

Einmal mehr staunen wir über den erstklassigen Service, die geräumigen, gut ausgestatteten Zimmer und das vielseitige Essensangebot.

Diese Privathäuser übertreffen unsere Erwartungen an Kuba bei weitem.

Wir erkunden die schöne Kolonialstadt, halten es bei der Hitze am Nachmittag aber nur wenige Stunden aus.

Wir halten Siesta und sparen unsere Energie für die angenehmeren Abendstunden in der Stadt.

Gemeinsam mit Maren und Micha verbringen wir sehr nette, gesellige Abende in den Schaukelstühlen und Bars der Umgebung.

Schätzungsweise gibt es auf Kuba pro Einwohner mindestens einen Schaukelstuhl.

Trinidad

Mit den beiden reisen wir gemeinsam nach Trinidad weiter. Als Transportmittel dient uns erneut ein alter Amischlitten.

Die Hitze über Trinidad bestimmt wieder den Tagesablauf. Wir erkunden die Stadt lieber in den Abendstunden.

Die Stadt pulsiert in den Kopfsteinpflastergassen. Nach 22:00h beginnt hier das Leben mit Mojito, Ron Collin, Piña Colada etc.

Von den Dachterrassen und aus etlichen Restaurant klingt kubanische Livemusik.

Auf dem nah gelegenen Berg Topes de Collantes unternehmen wir eine kurze Wanderung zum Wasserfall Salto de Caburni. Nach nur wenigen Minuten ist man bereits total durchgeschwitzt und wir freuen uns über die vielen kleinen natürlichen Swimmingpools.

Wir geniessen die herrliche Erfrischung und machen uns dann an den schweisstreibenden Aufstieg zurück zum Ausgangspunkt.

Den Nachmittag lassen wir ruhiger angehen und verbringen diesen die meiste Zeit im klimatisierten Zimmer.

Am Abend tummeln wir uns nochmals unter die Nachtschwärmer.

Langsam wird uns das Ende unserer Reise bewusst.

Wir verabschieden uns von Maren und Micha. Mit den beiden haben wir sehr schöne Tage verbracht und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen zu Hause.

Wir machen uns an den Endspurt. Die letzte Station ist nochmals Havanna.

Havanna und ab nach Hause

Hier geniessen wir das alt bekannte Casa Particulares, das schöne Habana vieja und lassen unsere Reise am Karneval ausklingen.

 

Nach diesen zwei Wochen in Kuba können wir definitiv nicht behaupten, dass wir wissen wie hier alles funktioniert.

Uns ist jedoch bewusst geworden, dass hier die Zeit definitiv etwas langsamer verstreicht.

Ein Zitat aus Lonley Planet sagt: "Kuba kann auch etwas frustrierend sein." Dies haben wir zu Beginn unserer Kubareise auch so empfunden.

Aber wenn man sich erstmal an die Eigenart dieses Landes und Leute gewöhnt hat, lernt man diese zu akzeptieren, damit umzugehen und viele davon auch zu schätzen.

Zudem waren wir das Reisen, ohne eigenen fahrbaren Untersatz einfach auch nicht mehr gewohnt und wir hatten zu Beginn Mühe uns anzupassen.

Es sind nicht nur die vielen gut erhaltenen Kolonialstädte, die über 60'000 Oldtimer, die Kuba so einzigartig machen.

Vielmehr waren es für uns die Casa Particulares, welche uns einen sehr persönlichen Einblick in das kubanische Leben gewährt haben und uns in bester Erinnerung bleiben werden.

 

Nun bleibt für uns nur noch eine Frage offen, wie funktioniert es wohl zu Hause in der Schweiz?

Eins wissen wir jedoch bestimmt. Wir freuen uns auf das Wiedersehen mit euch!

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Kommentare: 2
  • #1

    Pirmin (Sonntag, 14 August 2016 20:35)

    Schade, dass nun Schluss ist für den Moment mit den spannenden Berichten und den tollen Bildern.
    Schön, dass wir uns bald wieder sehen.
    Jede Münze hat zwei Seiten. Alles Gute beim Einrichten des künftigen Heimes. Und nicht zuviel FernW.

  • #2

    Emanuel (Mittwoch, 24 August 2016 10:56)

    Hallo Annina und Pascal

    Danke dass ich Euch virtuell auf diese Reise begleiten durfte. Es war spannend und super schöne Fotos habt Ihr auch noch gemacht.
    Südamerika ist nicht meine bevorzugte Destination, aber es hat mich schon eine wenig angemacht. Besonders die Galapagos Inseln…. WOW.
    Das Euer Lotti auf diesen Höhe Mühe hatte kann ich bestens nachvollziehen, unserm Nelson machten schon gut 2000 M.ü.M zu schaffen.

    Herzliche Grüsse
    Emanuel

    PS: über die Kommentar habe ich Annina‘s Vorname gefunden :-)